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Tests / 2015-04-22

Öhlins Ducati Multistrada SCU

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Türkisch verfasst und mithilfe künstlicher Intelligenz übersetzt.

Ducati multistrada kit

Heute nehme ich die von Öhlins für die Ducati Multistrada entwickelte Suspension Control Unit (SCU), also das Fahrwerkssteuergerät, unter die Lupe. Es geht um eine Fahrwerksaufrüstung, die ihr entweder als einzelnes SCU-Steuergerät an eurer vorhandenen Multistrada S der Baujahre 2010–12 oder als kompletten Satz an einer Multistrada in der Basisversion verbauen könnt. Der Test hat ziemlich viel Zeit beansprucht, denn um genau zu verstehen, was die SCU macht, musste ich dieselben Straßen mit verschiedenen Einstellungen immer wieder fahren. Um den Unterschied zu den Skyhook-Modellen herauszufinden, war ich sogar noch mit einer 2014er Multistrada S GT unterwegs. Was ich nicht alles für euch auf mich nehme! :P Solche Tests möchte man am liebsten gar nicht beenden.

sokTak Es war nicht leicht, das Produkt zu bekommen. Auf Plattformen wie eBay gibt es unterschiedliche Angebote, aber bei einem elektronischen Fahrwerk wollte ich kein Risiko eingehen und habe mich direkt an Öhlins gewandt. Nur kam von dort keine Antwort. Vor dem Kauf hatte ich noch Fragen, fand aber keinen Ansprechpartner. Also suchte ich nach dem türkischen Vertrieb und stieß auf Endo Motors in Ankara. Nachdem ich mich selbst dafür ausgeschimpft hatte, dass mir das nicht früher eingefallen war, nahm ich Kontakt auf. Da Endo Motors auch eine autorisierte Ducati-Werkstatt ist, beantworteten sie meine Fragen aufmerksam und überzeugend. Ich musste nur noch bestellen, und weniger als einen Monat später war meine Öhlins SCU da.

Ein schwarzer Karton mit den Maßen 25 × 15 × 7 cm: Darin liegen zwei Aufkleber, eine Montage- und Bedienungsanleitung und das gut gepolsterte Fahrwerkssteuergerät, die SCU. Bei Ducati und Elektronik gehen einem zwar die verschiedensten Szenarien durch den Kopf, aber das war vermutlich die einfachste Nachrüstung, die ich je vorgenommen habe. Ja, der Einbau ist sogar einfacher als bei einem Luftfilter. Ich erkläre es gleich; die Bilder dazu seht ihr auch daneben.

Für den Einbau, genauer gesagt zum Löschen vorhandener Fehlereinträge und zum Aufspielen möglicher Updates, fuhr ich zu Korlas. Zunächst nahmen wir die Sitzbank ab und schlossen das Motorrad an den Diagnosecomputer an. Es gab keine neuen Updates, also sahen wir uns die Fehlermeldungen an und löschten sie anschließend. Ich glaube, ich hatte noch gar nicht erwähnt, dass ich im vergangenen Monat ein paar Fahrwerkswarnungen erhalten hatte. Nach dem Abklemmen des Diagnosegeräts entfernten wir zuerst die linke Seitenverkleidung. Insgesamt sind es, glaube ich, vier Schrauben, allerdings braucht man zwei verschiedene Inbusschlüssel. <3 Ducati. Direkt darunter sieht man die alte SCU unter einer Gummiabdeckung.

Jetzt zuerst den Minuspol der Batterie abklemmen und das Kabel so sichern, dass es nirgendwo anliegt. Danach vorsichtig den Stecker der alten SCU abziehen. Weil er lange nicht angefasst wurde, kann er durch Schmutz festsitzen; achtet darauf, die Rastnasen nicht abzubrechen. Nach dem Stecker nehmt ihr die alte SCU aus ihrer Gummihülle. Sie ist ein empfindliches Elektronikbauteil, also geht bitte behutsam damit um.

Die neue SCU auspacken – ich habe die alte in die Verpackung gelegt –, den Bereich um die Gummihülle reinigen und das neue Gerät einsetzen. Vor dem Aufstecken die Kontakte und die rote Dichtung prüfen und nötigenfalls reinigen. Beim Einstecken darauf achten, dass die Rastnasen hörbar einrasten. Alle Verbindungen kontrollieren und anschließend den Batteriepol wieder anschließen. Beim Einschalten der Zündung hört ihr die Servos: Die Fahrwerksservos führen ihren Selbsttest durch und fahren in ihre Ausgangsposition.

Jetzt könnt ihr die abgenommene Verkleidung und anschließend die Sitzbänke wieder montieren. Damit ist der mechanische Einbau erledigt; das hat vermutlich 10–15 Minuten gedauert. Ganz fertig ist man damit aber noch nicht. Allein das Einstellen der Uhr kostet mich wahrscheinlich noch einmal zehn Minuten. DTC wird sich abgeschaltet haben; ihr könnt es im Hauptmenü wieder aktivieren. Um anschließend für den gewünschten Fahrmodus und Beladungszustand die semiaktive Regelung einzuschalten, müsst ihr bei der Druck- und Zugstufendämpfung vorn und hinten jeweils „1“ eingeben. Bei vier Fahrmodi mit jeweils vier Beladungseinstellungen bedeutet das: Wenn eure MTS in jeder Situation semiaktiv arbeiten soll, wiederholt ihr diesen Vorgang 16-mal. :)

Kommen wir zum eigentlichen Test. Wobei ich eines gleich vorweg sagen möchte: Wenn ihr eine Multistrada S von 2010–12 habt und bisher außer der Federvorspannung noch nie etwas am Fahrwerk verstellt habt, lest nicht weiter, sondern kontaktiert direkt Endo Motors und bestellt euch sofort eine . Das Produkt heißt Öhlins SCU, hat die Artikelnummer 35000-03 und kostet einschließlich Mehrwertsteuer 415 €. Falls ihr 90 kg oder mehr wiegt, empfehle ich außerdem eine zu eurem Gewicht passende Feder für das hintere Federbein; die kostet 160 €.

Zunächst erkläre ich kurz und einfach, was dieses Produkt ist. Ich ahne schon, dass ich mich im weiteren Verlauf in den Details verlieren werde. :) Wie ihr wisst, haben die Ducati-Multistrada-S-Modelle ein elektronisches Öhlins-Fahrwerk. Sämtliche Einstellungen erfolgen über das Cockpit und die Bedientasten. Serienmäßig sind vier grundlegende Modi vorgegeben. In jedem davon verhalten sich Motor und Fahrwerk unterschiedlich. Die Öhlins SCU verleiht dem Motorrad eine semiaktive Fahrwerksregelung. Außerdem lässt sich die Vorderradfederung doppelt so fein einstellen, nämlich in 32 statt 16 Stufen. Mit diesem Steuergerät verändert das Fahrwerk seine Einstellungen situationsabhängig, ohne dass ihr eingreifen müsst. Das Motorrad ständig parallel zur Fahrbahn zu halten, kann es allerdings nicht; deshalb wird es auch als semiaktiv bezeichnet.

Bei der ersten Fahrt im Urban-Modus kam mir das Fahrwerk straffer vor. Über Schlaglöcher und Bodenwellen blieb es gleichzeitig geschmeidig. Gut, genau das bedeutet semiaktiv, aber eigentlich dürfte es das gar nicht können, denn Informationen über die Fahrbahnoberfläche stehen ihm nicht zur Verfügung. Ein Teil der Sensoren der Skyhook-Modelle fehlt bei den ersten Baureihen. Wie funktioniert das also?

Ich fuhr weiter, mal mit den alten, mal mit den neuen Einstellungen. Zum Verrücktwerden: Beim Bremsen taucht die Front spürbar weniger ein, und das Vorderrad kommt schwerer hoch. Besonders in Urban und Touring ist der Unterschied deutlich. Grübelnd fuhr ich eine Tankfüllung leer. Ehrlich gesagt verstand ich es nicht ...

Abends saß ich zu Hause am Computer und las und las. Öhlins hatte nirgends beschrieben, was die SCU eigentlich macht; dafür gab es Gerüchte ohne Ende. Daneben standen die Fakten: Auf der Multistrada kann das Gerät nur auf begrenzte Informationen zugreifen. Während ich las, fragte ich mich, ob es vielleicht ein Placeboeffekt war. Ich beschloss, am nächsten Tag mit der Kamera zu filmen, und ging schlafen.

Nach einem Tipp von Barkın suchte ich mir eine Kurve mit schlechtem Belag aus, die auch Schräglage verlangt. Die Kamera filmte von außen; ich fuhr die Kurve abwechselnd mit den beiden Einstellungen. Diesmal schaute ich auch auf den Tacho: Es gab einen Unterschied! Gut gelaunt fuhr ich nach Hause. Dass es kein Placebo war, freute mich richtig. Auf den Aufnahmen, die ich leider nicht mit euch teilen kann, erkennt man den Unterschied ein wenig. Besonders am Kurveneingang und -ausgang sieht man, dass das Motorrad weniger ein- und ausfedert. Jetzt blieb nur noch eine Frage: Wie macht es das? Gut, das Fahrwerk hat Servos, aber eine Einstellung zu verändern ist etwas anderes, als sie ständig nachzuregeln. So ein Servo wird heiß und kann durchbrennen.

Nachdem zwischendurch einige Trainings anstanden, beschäftigte ich mich weiter damit. Die Antwort auf meine letzte Frage fand ich eigentlich zwischen den Zeilen. Als Ducati und Öhlins ihre Entwicklungspartnerschaft eingingen, war ein aktives Fahrwerk offenbar bereits eingeplant. Darauf kam ich bei den Skizzenphasen im Werbevideo, das vor der Markteinführung der Multistrada gezeigt wurde. Deshalb vermute ich, dass die verwendeten Servos von Anfang an für ständige Bewegung ausgelegt waren. Schließlich hatte Öhlins bereits vor der Multistrada in der SBK ein ähnliches System entwickelt.

Schauen wir uns die verfügbaren Daten an. Über die Potentiometer am Motorrad kann die SCU auf Informationen wie Beschleunigung, Verzögerung, Raddrehzahl, Drosselklappenstellung, Radschlupf und Motorleistung zugreifen. Nach meinen Fahreindrücken verändert die gewählte Leistungsstufe – 100, 150 Low oder 150 High – das Verhalten der SCU. Selbst innerhalb derselben Einstellung scheint die Art, wie ich den Gasgriff bediene, eine Rolle zu spielen. Ich vermute, Öhlins hat eine Reihe vorausschauender Algorithmen entwickelt. Immerhin stehen ihnen verschiedenste Motorräder zur Verfügung, allen voran die Multistrada, für die sie Produkte entwickeln. Da die SCU das Geschehen nicht wie Skyhook messen kann und etwas langsamer reagiert, verändert sie die Einstellungen gewissermaßen vorausschauend. Ich weiß das nicht sicher, sondern reime mir anhand dessen, was ich weiß, etwas einigermaßen Plausibles zusammen. Nicht weitersagen. :P

Zusammengefasst hat Öhlins diese SCU mit einer Reihe von Algorithmen versehen, die ständig nachregeln, indem sie die zu erwartende Fahrbahnoberfläche vorhersagen. Als säße hinter euch ein Fahrwerkstechniker. Im Ergebnis erlebt ihr, wie ein ohnehin gutes Fahrwerk noch besser arbeiten kann. Eine großartige Erfahrung. :)

Bevor ich es vergesse: Vernachlässigt nicht, den Negativfederweg eures Motorrads über die Federvorspannung einzustellen. Wenn ihr dabei an die Grenze des Einstellbereichs kommt, ist das ein Zeichen dafür, dass ihr eine härtere Feder braucht. Fahrt eure Multistrada bitte nicht einfach so, wie sie das Werk verlassen hat, sondern stellt die Federvorspannung ein. Wenn ihr zusätzlich diese Öhlins SCU einbaut, werdet ihr wirklich spüren, dass ihr ein Motorrad mit gut abgestimmtem Fahrwerk fahrt. :) gosterge

Für einen schnellen Vergleich nach dem Einbau könnt ihr beispielsweise bei der Beladungseinstellung „Fahrer allein“ vorn und hinten für C und R jeweils 1 eingeben und „Fahrer mit Gepäck“ auf den Werkswerten lassen. So könnt ihr während der Fahrt schnell zwischen semiaktiver Regelung und normalen Fahrwerkseinstellungen wechseln.

Erwartet allerdings kein Skyhook. Skyhook misst das tatsächliche Geschehen und verändert die Einstellungen sehr schnell, anstatt es vorauszuberechnen. Für mich war diese Nachrüstung ein Grund, das dazwischenliegende Modell auszulassen. Die neue Multistrada mit DVT reizt mich nach wie vor; wenn ich sie nur einmal fahren könnte ...

Ich danke Endo Motors dafür, dass ich dieses Produkt bekommen habe, und Korlas für den Einbau. Wenn ihr eine Multistrada von 2010–12 habt, wartet die beste Nachrüstung, die ihr eurem Motorrad gönnen könnt, auf euch. Selbst die Basis-Multistrada lässt sich mit dem kompletten Kit aus dem ersten Bild mit einem semiaktiven Fahrwerk ausstatten. Ich wünsche euch viel Spaß beim Fahren.

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